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Jochen Malmsheimer
Foto: Siegfried Krause

Von Kiellegung und Elternfreuden - Malmsheimer in Salzgitter

15.02.2022 - Salzgitter-Zeitung

Für zwei Stunden hat der Kabarettist Jochen Malmsheimer die Pandemie vergessen gemacht: durch den Auftritt in der Kniestedter Kirche.

Kabarettisten Jochen Malmsheimer ist im Programm der Kleinkunstbühne kein Unbekannter. Nun war er erneut Gast in der Kniestedter Kirche in Salzgitter-Bad. Bühnenausstattung: Stuhl, Mikro, Tisch, auf dem ein Glas Wasser steht. Malmsheimer betritt die Bühne im karierten Hemd mit aufgekrempelten Ärmeln (sein Markenzeichen), in der Hand sein Buch „Halt mal Schatz“. Keine 60 Sekunden später die ersten Lacher, jawohl, das ist es, was wir die ganze Coronazeit vermisst haben – live und nicht im Fernsehen.

Bringt heißes Wasser und saubere Tücher

Gerade von einer Auftrittsreihe zurück, eröffnet ihm seine Frau, dass die Kiellegung erfolgreich gewesen sei und nun Elternfreuden anstehen. Malmsheimer imitiert per Gestik und Mimik beide Elternteile, was mit schallendem Gelächter quittiert wird. Auf gehts in den Geburtsvorbereitungskurs. Bei der Hausgeburt werden einige Quadratmeter Malerfolie zum Schutz des Teppichs ausgelegt. Malmsheimer träumt, den Satz „bringt heißes Wasser und saubere Tücher“ sagen zu können, was ihm jedoch wegen der Hebamme nicht vergönnt ist. Das Abnabeln habe er jedoch mit seinem Profi-Bolzenschneider vorgenommen.

Sohn setzt sich mit Hund Richtung Österreich ab

Der Malmsheimersche Wortschatz und die Sprachgewalt sind unglaublich. So geht es weiter zum ersten Zelturlaub in Slowenien, mit dem alten Generationszelt der Schwiegereltern. Beschrieben werden die Tücken des Zeltaufbaus, berichtet von helfenden und feixenden Zeltnachbarn, währenddessen sich der einjährige Sohn mit dem Hund Richtung Österreich absetzt. Malmsheimer ist ein Wortschmied, der mal laut, mal leise, mal gestenreich agiert – mit dem Ergebnis ununterbrochener Heiterkeit und Gelächter. Dies ist auch beim geschilderten Schwedenurlaub und den Elternabenden im Waldorfkindergarten nicht anders, wo ihn staubtrockene Dinkelkekse zu absurdem Querdenken verführen und er die Mutmaßung anstellt, es handele sich um Duschmünzen aus vulkanischem Gesteinsglas aus der Zeit der Hethiter.

Mehr als zwei Stunden ohne Pause malträtiert Malmsheimer die Lachmuskeln der Zuschauer, empfindet den Inhalt des vor ihm stehenden Glases stillen Wassers als mild, sogar sehr mild und entlässt alle nach einer Zugabe mit dem Malmsheimer Reisesegen: „Möge der Wind in eurem Rücken niemals euer eigener sein“.

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