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Foto: Andrea Leifeld

Mit Werner Momsen geht's in Salzgitter rasant durch die Welt

06.02.2022 - Salzgitter-Zeitung

Werner Momsen hat in der Kniki Salzgitter-Bad über Land, Leute und Urlaubsreisen geplaudert – ganz zum Vergnügen seines Publikums.

Urlaubsreif? Sind wir das nicht alle? Aus Salzgitters Süden in die weite Welt ging es am Samstagabend für die reiselustigen Kulturfreunde der Kniestedter Kirche, wo der Kabarettist Werner Momsen mit der kultigen Klappmaulpuppe zum Programm „Abenteuer Urlaub“ einlud. Die munteren Erzählungen des bekannten Hamburgers bildeten den Auftakt zum 40-jährigen Bestehen des Kulturvereins. Kniki-Chef Wolfgang Pozzato und seinem Team war es gelungen, im Jubiläumsjahr viele gute Bekannte und langjährige Wegbegleiter für ein erneutes Gastspiel im kultigen Gotteshaus zu gewinnen.

Mit 100 Gästen zeigte sich die Kniestedter Kirche unter den gegebenen Corona-Bestimmungen ausgebucht. Der Wunsch nach Normalität und Urlaubsfreude ließ die Gäste offenbar strömen…

Urlaub oder Geschäftsreise?

Ja, Urlaub. Das wäre toll. Sonne, Strand und Meer – aber nach einigen Stunden hast du schon alles über und noch 13 Urlaubstage vor dir…oh je. Warum fahren wir überhaupt in den Urlaub? „Wenn wir fahren müssen, wäre es ja eine Geschäftsreise“, schlussfolgerte Momsen.

Die Reiselust der Menschheit begann nach seinen Erkenntnissen schon mit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Als die sich damals auf den Weg machten, begann der Tourismus.

Viele Reisen mit Liesbeth

Momsen selber zeigte sich sehr urlaubserfahren. Unzählige Reisen unternahm er mit „seiner lieben Liesbeth“. Die reist, um ihren Horizont zu erweitern. Aber wo liegt der überhaupt? Auch der Norden fahre immer mit! Ein Phänomen, das der Hamburger erklärte: „Wenn ich in Marokko bin, liegt Bayern im Norden.“ Wie könne das sein? Überhaupt sei die Welt geschrumpft. Damals, in einem 22 PS starken Käfer brauchte er mit seiner Liesbeth gut 30 Stunden über den Brenner ins „Bella Italia“ – ins Land der Gastarbeiter.

Heute sei das anders: Binnen weniger Stunden fliegen die Reiselustigen zum Shopping nach New York oder zum Skilaufen nach Dubai. Gebucht selbstverständlich alles im Internet, zum Billigpreis, über verschiedene Plattformen.

Die Indianer, so Momsen, hatten es schon vor Jahrhunderten erkannt: Man müsse auf einer Reise ab und zu mal anhalten, damit die Seele hinterherkommen kann. „Von mir sind sicher auch noch einige Seelen unterwegs“, zeigte er sich in seinem Reisegetümmel sicher.

Mit dem Interrail-Ticket nach Sizilien

Früher war doch alles anders, schwelgte er in Erinnerungen: Damals, mit dem Interrail-Ticker nach Sizilien und das Übernachten auf einer Isomatte am Stromboli. Ohne Navi und Sprachkenntnisse, aber mit ADAC-Versicherung, Reiseführer und einem Postsparbuch – angetrieben vom emsigen Willen, Land und Leute kennenzulernen. Er ulkte über Menschen, die ins Ausland verreisen, und sich dann ärgern, dass es nicht so wie zu Hause ist.

Aber warum müsse man überhaupt in ferne Länder reisen? Statt des Indian Summers in Kanada wäre doch sicherlich auch der Harz im Herbst ganz schön! Aber nun wolle seine Liesbeth in die Türkei, dort die Menschen kennenlernen. „Aber mit dem Dönermann in unserer Straße spricht sie nicht.“

Momsen verzweifelte nicht. Hauptsache, die Erlebnisse einer Reise seien schön. Und besonders schön war es am Samstagabend in der Kniestedter Kirche. Und dafür musste man gar nicht weit fahren. Großer Applaus.

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