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Michael Krebs
Foto: Andrea Leifeld

Klavier-Kabaretist Michael Krebs erobert die Kniestedter Kirche

23.01.2022 - Salzgitter-Zeitung

Klavier geht auch lustig – das hat Piano-Kabarettist Michael Krebs in Salzgitter-Bad bewiesen und das Publikum begeistert. So war der Abend. Hand aufs Herz: Was kommt dabei heraus, wenn man Worte wie Klavierstimmerbesuch, Krämerbrücke und Krematorium in einem Liedertext verbinden muss? Klare Sache: Ein toller Kabarettabend am Klavier, mit vielen Lachern und einem begeisterten Publikum. Der Klavier-Kabarettist Michael Krebs machte es am Samstagabend bei seiner Stippvisite in der Kniestedter Kirche vor und bescheinigte den Verantwortlichen der Kleinkunstbühne erneut den richtigen Riecher für eine gelungen Unterhaltung.

Michael Krebs kommt in der Kniestedter Kirche gut an

Jene, die Michael Krebs bislang nicht kannten, werden nun seinen Werdegang sicher aufmerksam verfolgen.

Aber machen wir uns nichts vor. Die Corona-Pandemie hat uns alle verändert. Auch den Entertainer. Verordnete sich der gestandene Klavier-Kabarettist vor rund zwei Jahren in einer abgehetzten Gesellschaft mit „Bock auf Pause“ selber eine Auszeit, lechzte er nun, nach der unfreiwillig verlängerten Bühnen-Abstinenz, nach Auftritten, einem Live-Publikum und natürlich nach Applaus.

„Ich habe in dieser Zeit das Internet entdeckt“, gestand er. Follower auf Instagram schickten ihm Wörter, die er binnen einer Woche in einem neuen Liedertext verbinden musste. „Immer sonntags um 15 Uhr stelle ich das Ergebnis vor.“ Es wurde für ihn eine unglaublich kreative Zeit, deren Liedergut er nun in der Kiki einem nicht minder neugierigem Publikum präsentierte.

Liedermachen via Instagram – das geht

Aber wie kommt ein Mann, aus einem mysteriösen Ort namens „Schwäbisch Hall“ stammend, zu Klavier und Kabarett? „Diesen Ort gibt es schon lange. Ihn gab es schon vor der Bausparkasse“, versicherte Krebs. Aber die Berufsaussichten seien dort nur wenig kreativ. „Entweder gehst du zur Bausparkasse und wirst Filialbuchhalter oder studierst BWL und wirst dann Filialbuchhalter.“ Beides war nicht sein Ding.

Den Schwaben mit der Kodderschnauze zog es nach Berlin-Kreuzberg und wurde nach einem ausreichend langen Musikstudium mit Schwerpunkt Jazz zum Klavier-Kabarettisten. Warum er keine klassische Musik studierte? „Da hört jeder sofort, wenn du sich verspielst!“ Anders sei es beim Jazz: „Da kauft dir jeder alles ab, solange du ein ernstes und intelligentes Gesicht machst“, ulkte er.

Aber Lieder bestehen ja nicht nur aus Melodien, sondern auch aus Texten – und die trieben in seinem Programm wahrhaft bunte Blüten: Worte wie Homeschooling, Klötzchen, Bappnwindl (Mund-Nase-Schutz), Corona-Held, Beinfreiheit oder Blattgold verschmolzen zu wahrhaft besonderen Texten. Zusätzliche Herausforderungen bargen der „Fußbodenschleifmaschinenverleih“ oder das finnische Wort „Kalsarikannit“, die Bezeichnung, sich Zuhause in Unterwäsche alleine zu betrinken, ohne die Absicht zu hegen, danach das Haus zu verlassen. Nach dem Song hätte wohl jeder der rund 50 Kniki-Besucher eine kräftigen Schluck aus der Pulle vertragen, aber die Bar in der Kulturkirche blieb aus Corona-Gründen geschlossen…

Erst nach drei Zugaben an einem viel zu schnell endenden Kulturabend entließ das Publikum den smarten Künstler von der Bühne. Großer Applaus für einen tollen Abend in trister Corona-Zeit – und für alle, die ihn ermöglicht hatten.

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